Breitensportkonzeption des Nordbadischen Fechterbundes

 

1. Vorbemerkung

 

Fechten ist eine Sportart, die Geist und Körper gleichermaßen fordert. Sie kann ein ganzes Leben lang betrieben werden. In der Öffentlichkeit und im Denken vieler Sportoffiziellen wird Fechten ausschließlich als Leistungssport gesehen. Da der NFB seit fast 30 Jahren „der“

leistungsorientierte Landesverband im Deutschen Fechterbundes ist, ist es nicht verwunderlich, dass der Breitensport über Jahrzehnte in Nordbaden vernachlässigt wurde , obwohl nur 3,9 % der  2559  Mitglieder (Zahlen des Jahres 2000) als Leistungsfechter bezeichnet werden können.

Der Rest sind Breitensportler.

Hiermit soll versucht werden für dieses Klientel ein Konzept zu entwickeln, das darauf abzielt, den Breitensport Fechten mehr ins Bewusstsein zu rücken und ihm – auch die finanzielle – Unterstützung zu geben, die er verdient.

Diese Ausführungen stützen sich insbesondere auf  Artikel

      der Vizepräsidentin Inneres des DFB, Margit Budde,

       und auf das Handlungskonzepts für den Württembergischen Fechterbund.

 

Es muss im Interesse des Verbandes liegen, den Breitensport in den Vereinen zu unterstützen und auszubauen, denn nur so kann dem eklatanten Mitgliederschwund im NFB begegnet werden.

 

2. Definition

 

Der deutsche Sportbund unterscheidet im Breitensport zwischen  wettkampfungebunden

und wettkampfgebundenem Sport. Für das Fechten hat erstere nur geringe Bedeutung.

Hierunter fallen die sogenannten Schnupperkurse und jene wenige Fechter,  die zwar trainieren aber keinerlei Turniere besuchen.

Im wettkampfgebundenem Breitensport führt der  DSB alle nationalen und internationalen

Wettkämpfe auf, die nicht dem Spitzensport dienen, insbesondere Ligabetrieb in den unteren Leistungsklassen.

Für den Fechtsport fallen unter diese Kategorie  alle Schülergruppen,

                                                                              alle D 1 und D 2 Kader,

                                                                              alle Kooperationen Schule und Verein,

                                                                              alle Fechter, die nicht gezielt auf

                                                                              Leistung hinarbeiten, aber an Turnieren

       teilnehmen,

       Seniorenfechten,

       Deutschlandpokal.

 

Das bedeutet auch, dass alle Turniere  - außer Nordbadische Meisterschaften der B-Jugend und höher und alle Ranglisten Turniere der A-Jugend und höher

Breitensportveranstaltungen sind!

 

 

3. Maßnahmen

 

3a Vorstand

 

            Im Vorstand des NFB muss ein Mitglied den Aufgabenbereich Breitensport

übernehmen. Der Aufgabenbereich wird dem Vizepräsident zugewiesen.

 

3b Finanzen

           

            Breitensportmittel müssen auch dem Breitensport zur Verfügung stehen.

 

3c Trainer

 

            Fechten ist eine trainerintensive Sportart, gute Trainer sind entweder nicht vorhanden,

oder können nicht von den Vereinen bezahlt werden. Hier sollte der Verband mit Hilfe von Breitensportmittel den Vereinen unter die Arme greifen und für bestimmte Veranstaltungen, Lehrgänge fachlich kompetente Trainer zur Verfügung stellen.

 

3d  Lehrgänge

 

Neben den Lehrgängen für D3+D4 Kaderfechter, die in im LLZ stattfinden müssen,

sollen die Lehrgänge für D1+D 2 Kader dezentralisiert werden. Diese sollen wechselweise in den  Bezirken stattfinden. Außerdem sollte die Struktur dahingehend geändert werden, dass neben der Ausbildung der Fechter gleichzeitig eine Ausbildung zum Kampfrichter und zum Fechtassistenten stattfindet.

Die Organisation dieser Wochenend- oder Ferienlehrgänge sollen von den Bezirksfechtwarten organisiert werden.

 

3e  Wettkampf

 

Einführung einer 2. Wettkampfebene für Junioren und  Aktive, bei denen die Teilnahme von Kaderfechtern ausgeschlossen ist, möglichst  Mannschaftsturniere mit

Fun-Charakter. Mit der Möglichkeit viel zu fechten, nicht auszuscheiden nach 5 Gefechten. (Trotz der Schwierigkeiten eines  übervollen Terminkalender. Wenn wir aber etwas gegen das Wegbrechen der Mitglieder im Juniorenbereich machen wollen, dann müssen wir den Fechtern, die den Sport als Hobby betreiben, adäquate Wettkampfmöglichkeiten anbieten).

 

            Als erste Maßnahme werden die Nordbadische Meisterschaften nur noch den Fechtern

empfohlen, die Leistungssport betreiben und sich für die Deutschen Meisterschaften

qualifizieren wollen.

 

Für die Breitensportfechter wird der NFB ein Breitensport ‚Fechtevent’, gegebenenfalls

eine Fechtnacht, anbieten, bei dem die Teilnahme von Kaderfechtern und Ranglistenfechter nicht erlaubt ist. Diese ‚Event’ soll ab A-Jugend für und alle Altersklassen darüber offen sein. Die Organisation sollte so sein, dass niemand ausscheidet aber auch so, dass der Marathonstatus mit 20 und mehr Gefechten vermieden wird.

 

 

 

3f  Werbung

 

Der Verband entwirft ein geeignetes Faltblatt, - das den Breitensportcharakter des Fechtens unterstreicht, für neue Mitglieder wirbt - und stellt es den Vereinen zur Verfügung stellt. (Der westfälische Fechterbund gibt für seine Vereine einen Werbeflyer mit dem Motto „Fechten – ein Erlebnis für Kids“ heraus.)

 

 

 

 

Diese Breitensportkonzeption wurde dem Vorstand in der Sitzung vom 13.3.2002 vorgelegt.

In der Vorstandssitzung am 30.4. 2002 besprochen und modifiziert und in der Vorstandsitzung vom19.6 2002 endgütig verabschiedet und zur Veröffentlichung freigegeben.

 

 

 

Mannheim, den 23. Juni 2002