Trauer um Harald Hein

Der Tauberbischofsheimer Florettfechter Harald Hein erlag gestern im Alter von 58 Jahren einem Gehirntumorleiden. Sein größter sportlicher Erfolg war der Sieg
bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal. Gemeinsam mit Thomas Bach, Matthias Behr, Erk Sens-Gorius und Klaus Reichert hatte er sich damals die Goldmedaille erkämpft. 

Mit zehn Jahren hatte er begonnen, sich für Degen und Florett zu interessieren, neun Jahre später, als die Medaillen-Trauben längst noch nicht so hoch hingen wie in der Folgezeit, war es ein Ereignis von hohem Rang, dass er von den Deutschen Meisterschaften mit dem ersten Einzeltitel bei den Aktiven zurückkehrte. Im gleichen Jahr wurde er in Genua mit dem Degen Junioren-Vize-Weltmeister, machte aber sich und dem Fecht-Club Tauberbischofsheim 1970 ein noch größeres Geschenk: Goldmedaille und damit Weltmeister bei den Titelkämpfen in Minsk mit dem Florett.

Ungewöhnlich war bei Harald Hein vor allem, dass er sich in zwei Waffen in der absoluten Weltspitze behaupten konnte: 1973 wird er mit der Degen-Mannschaft in Göteborg Weltmeister und gewinnt dort gleichzeitig die Silbermedaille mit dem deutschen Florett-Team. Und sein Weg führt noch weiter nach oben: 1976 Florett-Mannschafts-Gold bei den Olympischen Spielen in Montreal, ein Jahr später bei den Weltmeisterschaften wiederum Gold mit der Mannschaft, zudem Silber im Einzel. 1977 wurde dieses Florett-Team mit Harald Hein als „Mannschaft des Jahres“ geehrt.

Der 1950 geborene Tauberbischofsheimer setzte seine erfolgreiche Laufbahn fort, Einzel-Bronze bei der WM 1978 in Hamburg, Mannschafts-Bronze bei den Weltmeisterschaften 1979 und 1981 kamen hinzu, dann wieder ein absoluter Höhepunkt bei der WM 1983 in Wien, bei der die Mannschaft erneut die Goldmedaille erkämpfte. Mit ihr gewann er WM-Silber 1984 in Los Angeles, die Weltmeisterschaften 1985 in Barcelona beendete Harald Hein mit Bronze im Einzel und Silber mit der Mannschaft.

Aber nicht nur auf, sondern auch am Rande der Fechtbahn feierte Harald Hein viele Erfolge. Zwischen  1989 und 1993 war er für den Deutschen Fechter-Bund als Bundestrainer Florett in Tauberbischofsheim

Im Nordbadischen Fechterbund bekleidete  Harald Hein das Amt des Jugendwartes von 1985  bis 1995.