Alle Augen auf Olympia 2012 in London gerichtet
Kritische Anmerkungen vom Präsidenten des Nordbadischen Fechterbundes (NFB), Lothar Blase, zum Olympiastützpunkt Tauberbischofsheim wurden beim Fechtertag des Verbandes im Schlosshotel Ravenstein von den Delegierten der Mitgliedsvereine nicht diskutiert, sie werden vielmehr zwischen ihm, dem Fecht-Club Tauberbischofsheim und den Repräsentanten des OSP besprochen und sollen in absehbarer Zeit zu einer einvernehmlichen Zukunftsperspektive führen. In dieser Hauptversammlung unterstrich der Präsident, dass die Fecht-Weltmeisterschaften nicht die erwarteten Erfolge gebracht hätten, „deshalb richtet sich unser Augenmerk nun ganz auf die Olympischen Spiele 2012 in London“. Sorgen bereite ihm nach wie vor der Nachwuchsbereich: „Die Nominierung und die Ergebnisse der Kadetten- und Junioren-Weltmeisterschaften zeigen, dass hier verstärkte Anstrengungen nicht nur in unserem Verband, aber auch in unserem Verband notwendig sind.“ Es erscheine ihm notwendig, dass sich die Zusammenarbeit zwischen den Vereinstrainern und den Trainern des OSP verstärke.
Im negativen Bereich seiner Ausführungen stellte der NFB-Präsident ferner dar, dass es durch weitere Kürzungen von Mitteln durch den Landessportverband zu Beginn der Legislaturperiode wieder sehr hohe Spannungen gegeben habe. Sie hätten ein hohes Maß an Kooperationsbereitschaft gefordert, „um weiterhin ein leistungsorientiertes Training innerhalb des Fechtsports zu gewährleisten“. Es sei ihm aber gelungen, die Mittelbereitstellung für die folgenden zwei Jahre sicher zu stellen. „Zu Beginn dieses Jahres lief die getroffene Vereinbarung aus und es kommt in diesem Jahr zu entsprechenden Schwierigkeiten in der Trainerfinanzierung. Es wird zur Zeit mit Hochdruck an einer Lösung gearbeitet, die aber leider noch nicht in Sicht ist,“ hält der Präsidenten-Bericht außerdem fest.
Als überaus positiv bewertet Lothar Blase die gute Zusammenarbeit zwischen der TSG 1862 Weinheim und dem Mannheimer Fechtclub 1884 unter dem Training von Aleksandr Perelmann. Sie habe bereits viele Früchte getragen „und es ist auch eindeutig an den vielen guten Platzierungen sichtbar, was erreicht worden ist“. Der NFB habe diese Entwicklung sehr stark unterstützt, und zwar „durch die Bildung eines neuen Verbandsstützpunktes und durch – zugegebener Maßen – nicht ausreichende finanzielle Mittel“.
Zur Mitgliederentwicklung führte der Präsident aus, dass sich die Zahl der Mitglieder von 2010 auf 2011 trotz des Rückganges der Vereine von 25 auf 22 zwar erhöht habe, aber: „Die Euphorie darüber ist in diesem Jahr schon wieder verflogen, denn wir sind mit 22 Vereinen und 1 778 Mitgliedern sogar noch weiter unter die Zahl von 2007 gefallen. Das Ziel, das ich mir also gesetzt hatte für diesen Fechtertag, haben wir bei Weitem nicht erreicht. Es gilt, weiterhin aktiv die Mitgliederzahlen positiv zu beeinflussen.“
Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte Lothar Blase insbesondere den Ravensteiner Bürgermeister Horst Weber, den Präsidenten des Deutschen Fechter-Bundes (DFB), Gordon Rapp, NFB-Ehrenpräsident Berndt Peltzer und Wolfgang Eitel, den Geschäftsführer des Badischen Sportbundes. In seinem Grußwort stellte Bürgermeister Weber mit Freude heraus, dass der Verband zum wiederholten Male seinen Fechtertag in Ravenstein durchführe. Für ihn sei der Fechtsport eine anspruchsvolle Disziplin und die ihn Ausübenden etwas ganz Besonderes. Bei ihrem Kampf bildeten Körper und Geist eine Einheit, sie müssten ganz speziellen Anforderungen gerecht werden. „Ich bin froh, dass es das gibt.“ Gordon Rapp überbrachte anschließend die Grüße des DFB-Präsidiums und zeigte sich optimistisch, dass die Athletinnen und Athleten auf der Planche bei großen internationalen Wettkämpfen auch wieder Goldmedaillen erringen würden. Das betreffe dann sicher auch den nordbadischen Raum. Er bezeichnete den Olympiastützpunkt Tauberbischofsheim als wichtigstes Zentrum, das mit neuen Strukturen wieder in Ordnung kommen werde. Es gelte, gute Arbeit zu machen, um an die Erfolge früherer Jahre anzuknüpfen.
Im Reigen der Fachverbände sei der Nordbadische Fechterbund (NFB) in mehrerer Hinsicht ganz vorn zu finden, betonte anschließend der Geschäftsführer des Badischen Sportbundes, Wolfgang Eitel. Er wies weiter auf die mögliche Trainerassistentenausbildung hin, die angeboten werde und auch genutzt werden sollte. Ebenso bei der Kooperation Schule/Verein wolle der Sportbund finanziell helfen. „Das Fechten hat Tugenden, die wir brauchen, es ist eine anspruchsvolle Sportart, klein, aber fein,“ schloss Wolfgang Eitel sein Schlusswort.
Während des Totengedenkens bedauerte NFB-Präsident Lothar Blase, dass der Verband dem verstorbenen Klaus-Peter Müller, viele Jahre in der Führung der Fechtabteilung des TSV Mannheim und von 1985 bis 1989 auch Präsident des Nordbadischen Fechterbundes (NFB), zu Lebzeiten keine Ehrung habe zukommen lassen. Er wolle deshalb die Verdienste des Verstorbenen in besonderer Weise bei diesem Fechtertag herausstellen und seine Anerkennung für dessen ehrenamtliche Arbeit aussprechen.
Er erläuterte dann in dem Bericht seine weiteren Aktivitäten in der zurückliegenden Amtszeit, merkte an, dass der NFB trotz der Kürzungen durch den Landessportverband auf Grund sparsamer Kassenführung alle Aufgaben erfüllen konnte. Auch in dieser Situation sei es gelungen, die Talentförderung bei 20 000 Euro und die Kadergelder der Athleten bei 150 Euro zu halten. Die Förderung der Verbandsstützpunkte sei von keiner Minderung betroffen. Abschließend sprach er seinen Dank an die Vorstandsmitglieder und die Sachbearbeiterin Tanja Nissen, an den Württembergischen Fechterbund, Landessportverband, den Badischen Sportbund, den Leistungssportkoordinator Markus Hartelt, den Tauberbischofsheimer OSP-Leiter Matthias Behr und den diese Veranstaltung ausrichtenden FC Ravenstein aus.
Aus den Händen des NFB-Präsidenten erhielt Lehrwart Jo Braun dann die Goldene Ehrennadel des Verbandes, mit der das weit über das übliche Maß hinausgehende Engagement gewürdigt werden solle. Über die weiteren Berichte der Vorstandsmitglieder Finanzen, Sport, Jugendsport, Lehrwart und Vizepräsident berichten wir in unserer nächsten Ausgabe.
jan

Die Goldene Ehrennadel des Nordbadischen Fechterbundes überreichte Präsident Lothar Blase beim Fechtertag in Ravenstein an Lehrwart Jo Braun, um damit seinen besonders engagierten Einsatz zu würdigen.
Es gibt kaum einen Verein, der mit seinem Mitgliederstand zufrieden ist oder der nicht über zu wenig Nachwuchs klagt: Es ist schwer für alle Gemeinschaften, in diesen Bereichen eine Verbesserung herbeizuführen, denn die Angebote müssen überaus attraktiv sein, um gegen die vielfältigen Umwelteinflüsse – vor allem in der Medienwelt – bestehen zu können. Auch der Nordbadischer Fechterbund (NFB) hat diese Sorgen und versucht in seinen Vereinen, mehr Kinder, Jugendliche und Erwachsene für sich zu gewinnen. Von einer positiven Entwicklung konnte Präsident Lothar Blase in der Ravensteiner Hauptversammlung allerdings nicht sprechen.
Den Teilnehmern lag die aktuelle Mitglieder-Statistik vor, aus der zu ersehen ist, dass Fechtgruppierungen aber auch im einstelligen Bereich funktionieren können. Die im Verband zusammengeschlossenen Vereine zeugen von einer breiten Konstellation jener, die darin diesen Sport betreiben: Der FC Neckargemünd führt mit vier registrierten Mitgliedern den Kreis der einstelligen Clubs an, es folgen der FC Ahorn (7) und die Fechtabteilung des TV Bretten (9). Im zweistelligen Bereich liegen die Fechtgemeinschaft Karlsruhe (10), die Fechtgemeinschaft Mannheim-Neckarau und die Fechtfreunde Aglasterhausen (jeweils 12), die Abteilung Fechten der TSG Bruchsal (21), der FC Pforzheim MMX (27), der FC Werbach (33), der TV Wertheim (34), der FC Hardheim-Höpfingen (41), der Fechtverein Heidelberg 2009 (44), der FC Ravenstein (53), die Fechterschaft der TSG 1862 Weinheim (56), die Fechtabteilung der TSG Wiesloch (77), der Mannheimer FC 1884 und FS Pforzheim (jeweils 78), der Heidelberger FC/TSG Rohrbach) mit 79 Mitgliedern. Drei Zahlen bei ihrer Mitgliederstärke können die Fechtabteilung des PSV Karlsruhe (100), der TSV Mannheim 1846 (110), der FC Mosbach (130) und der FC Tauberbischofsheim (763) vorweisen.
Auch in Zukunft wollen die Vereine und der nordbadische Verband alles daransetzen, um diese Situation zu verbessern. „Es gilt weiterhin, aktiv die Mitgliederzahlen positiv zu beeinflussen,“ betonte NFB-Präsident Lothar Blase auf dem diesjährigen Fechtertag in Ravenstein